BEGRIFFSAMMLUNG

Fachbezeichnungen der Sprachmittlung

A-Sprache

Unter (aktiver) A-Sprache wird die Muttersprache, bzw. die Sprachkenntnis verstanden, die mit der Muttersprache auf gleichem Niveau steht.

Anschlag

Tastendruck auf der Computer-Tastatur. Umfasst sowohl die druckbaren wie auch die nicht druckbaren Zeichen – wie z.B. Leerzeichen – des Dokuments.

Ausgangssprache

Sprache, in der der zu übersetzende Text verfasst ist.

Äquivalenz

Als Äquivalenz wird die Gleichwertigkeit des Ausgangstexts und des Zieltexts bezeichnet.

B-Sprache

Die (aktive) B-Sprache ist eine Fremdsprache, aus der und in die der Sprachmittler übersetzt, bzw. dolmetscht.

CAT, computerunterstützte Übersetzung

Übersetzen mit Unterstützung von speziellen Computerprogrammen. Keine maschinelle Übersetzung. Den Text übersetzt der Übersetzer, also der Mensch, dessen Arbeit aber dank spezieller Datenbanken (wie der Übersetzungsspeicher und die terminologische Datenbank) und Tools (Alignment) viel schneller und zuverlässiger wird.

Siehe eine ausführliche Erläuterung über die computerunterstützte Übersetzung in unserer Wissensbasis.

C-Sprache

Die (passive) C-Sprache ist eine weitere Fremdsprache, in die der Sprachmittler übersetzt, bzw. dolmetscht.

Dolmetschen

Mündliches Sprachmittlung, durchgeführt von einem Dolmetschen.

Druckreife Übersetzung

Eine fachlich und sprachlich lektorierte, stilisierte und editierte Übersetzung, nachdem der Umbruch gelesen wurde.

Fachsprachliche Kompetenz

Vertrautheit mit dem jeweiligen Fachgebiet und Beherrschung der Fachsprache dieses Fachgebiets.

Freie Übersetzung

Übersetzung, bei der nicht die genaue Formulierung, sondern die allgemeine Bedeutung des Ausgangstextes in den Mittelpunkt gestellt wird.

Fuzzy Match, ähnliche Entsprechung (CAT-Anwendungen)

Segment, das mit einem anderen, schon übersetzten und in dem Übersetzungsspeicher befindlichen Segment teilweise übereinstimmt.

Glossar

Eine Wortliste mit Erklärungen. Ein zweisprachiges Glossar beinhaltet die Wörter und Wendungen eines Fachgebietes auf der anderen Sprache.

Hintergrundtext

Text in der Ausgangs- oder Zielsprache, der das Thema des zu übersetzenden Textes behandelt.

Kollokation

Wortgruppe, mit der üblicherweise ein Grundbegriff, ein Gegenstand oder eine Handlung bezeichnet wird. Kollokationen werden in der Terminologie als eigenständige Termini angesehen und stehen als solche im Wörterbuch.

Konkordanz (CAT-Anwendungen)

Vorgang, mit dem eine Liste von Kontexten eines Terminus abgerufen und das zielsprachige Äquivalent in der Zielsprache definiert werden kann.

Konnotation

Die Nebenbedeutung eines Wortes, Ausdrucks.

Konsistenz

Bei der terminologischen Konsistenz wird derselbe Gegenstand, Grundbegriff immer mit demselben Terminus bezeichnet. Bei der phraseologischen Konsistenz hingegen wird derselbe Vorgang oder dieselbe Idee immer auf das Komma genau mit demselben Satz beschrieben.

Kontext

Der Kontext ist die sprachliche Umgebung einer Textstelle. Erst der Kontext macht aus der weitgespannten Bedeutung eines einzelnen Wortzeichens eine engumgrenzte, präzise, individuelle und konkrete Meinung.

Korrekturlesen

Überprüfen und Korrigieren des fertigen Textes auf Tippfehler (Rechtschreibfehler, Zeichensetzung), nicht richtig geschriebene Zahlen, Namen, Maßeinheiten. Auffinden von versehentlichen Auslassungen oder Duplikaten.

Lektorieren

Kontrollieren einer fertigen Übersetzung, entweder auf fachliche Aspekte (Fachlektorieren) oder auf stilistische Aspekte, auf korrekte Schriftsprache (muttersprachliches Lektorieren).

Lokalisation

Anpassen von Softwareprodukten, Webseiten, usw. an die sprachlichen und soziokulturellen Gegebenheiten des Marktes der Zielsprache. Bedeutet also mehr als Übersetzung.

Mehrdeutigkeit (Ambiguität)

Häufige Fehler des Ausgangstextes. Ein mehrdeutiger Ausgangssatz zulässt zwei mögliche Übersetzungen und es ist aus dem Kontext nicht zu entnehmen, welche von denen man benutzen soll.

Paralleltext

Text in der der Ausgangssprache oder der Zielsprache, der wegen seines Fachgebiets oder seiner Textart mit dem Ausgangstext vergleicht werden kann.

Perfect Match, exakte Entsprechung (CAT-Anwendungen)

Segment, das völlig mit einem anderen, schon übersetzten und in dem Übersetzungsspeicher befindlichen Segment übereinstimmt.

Realien (Realia)

Realien sind die spezifischen landes-, beziehungsweise kulturkonventionellen Sachverhalte politischer, institutioneller, kultureller, sozialer sowie geographischer Art und der dazugehörige Wortschatz, die für die Ausgangssprache typisch sind. Die Realien sind in der zielsprachigen Kultur unbekannt.

Referenzmaterial

Text, der ähnlich dem zu übersetzenden Text ist, auch dessen frühere Version sein kann. Gemeint sind unter dem Begriff weiterhin Texte oder Beschreibungen ähnlicher Produkte, die dem Auftraggeber von dem Übersetzer übergegeben wurden.

Rohübersetzung

Übersetzter Text, der noch nicht kontrolliert, überarbeitet und lektoriert ist.

Eine wortwörtliche Übersetzung eines literarischen Texts, die für die Basis der literarischen Übersetzung dient.

Sprachmittlung

Oberbegriff für Übersetzen und Dolmetschen.

Unilaterales Dolmetschen

Es wird nur in eine Sprachrichtung gedolmetscht und die zu dolmetschenden Textpassagen sind eher länger.

Übersetzen

Die Übertragung eines Textes von einer Ausgangssprache in eine andere Sprache (Zielsprache), damit die Bedeutung des Ausgangstextes in der Zielsprache zustande kommt (Übersetzung). Inbegriffen sind weitere Tätigkeiten, wie die Kontrolle der Vollständigkeit durch einen anderen Übersetzer, die Überarbeitung, das Korrekturlesen, das fachliche und das muttersprachliche Lektorat, usw.

Fachübersetzen ist das Übersetzen eines Textes, der den Wortschatz einer Branche beinhaltet.

Technisches Übersetzen ist das Übersetzen eines Textes, der den Wortschatz einer technischen Branche beinhaltet.

Literarisches Übersetzen ist das Übersetzen eines literarischen Werkes, wobei die Übersetzung einen künstlerischen Wert hat.

Terminologieverwaltung

Erfassung, Bearbeitung, Speicherung und Nutzung terminologischer Daten. Die Verwendung einer einheitlichen, mitunter speziell firmenbezogenen Terminologie ist ein entscheidendes Merkmal der Qualität einer Übersetzung.

Terminus, Term

Ein abgegrenzter Begriff – bestehend aus einem Wort oder aus mehreren Wörtern – innerhalb eines Fachgebietes, oder Wissensgebietes.  Die Gesamtheit der Termini eines Fachgebietes bildet dessen Terminologie.

Textexpansion

Ausdehnung des Volumens des Zieltextes im Vergleich zum Ausgangstext. Ein Grafiker, der dasselbe Layout für den Ausgangstext wie für dessen Übersetzung verwenden will, muss mit einer Textexpansion rechnen. Dasselbe Problem stellt sich bei der Übersetzung von Bildschirmoberflächen einer Software, wo in der Regel sehr wenig Platz für Text zu Verfügung steht.

Tmx, Translation Memory eXchange (CAT-Anwendungen)

Standardisiertes Austauschformat für Datenbestände von Übersetzungsspeichern.

Zeichen ohne Leerzeichen

Zeichen, die druckbar, sichtbar sind, also Buchstaben, Zahlen, Symbole.

Zielleserschaft

Der Personenkreis, für den die Übersetzung bestimmt ist, z.B. Fachleute, Kinder, die allgemeine Öffentlichkeit. Der Übersetzer kann den richtigen Stil nur wählen, wenn man ihm die Zielleserschaft angibt.

Zielsprache

Sprache, in die das Dokument übersetzt wird. Zieltext (Translation) heißt die fertige Übersetzung.

 

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